BroSis 2.0 an der Gesamtschule Essen-Nord in Vogelheim

Was sich zunächst so anhört, als würde die deutsche Retorten-R&B-/Popband um Ross Anthony, die 2001 die RTL-Castingshow „Popstars“ gewann, demnächst an der GS Nord auftreten, ist in unserem Fall jedoch ein beachtenswertes Projekt von 4 Bacheloranwärterinnen der Hochschule Arnheim/Nimwegen (HAN). Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit führten die Studentinnen eine Feldforschung zur Verbesserung des sozialen Miteinanders an der Gesamtschule Nord durch, mit dem Ziel, ein innovatives Produkt zu entwickeln. So schrieb die Projektgruppe basierend auf den Forschungsergebnissen das Handlungskonzept „BroSis Vol.2“, welches eine umfassende Erweiterung des bereits bestehenden „BroSis-Projektes“ an der Gesamtschule Nord darstellt.

Übrigens haben die Popband und das Projekt doch etwas gemeinsam, so ist der Name tatsächlich vom Englischen „brothers/sisters“ abgeleitet.

Was beinhaltet „BroSis Vol.2“?

Das Projekt richtet sich an die Schüler der Jahrgangsstufen 9 und 10 und umfasst strukturell drei Teile:

  • Teil A: Ausbildung – Die BroSis-Schüler*innen beschäftigen sich innerhalb von 6 Modulen mit einer Gefühlsschulung, Ich-Stärkung, Konfliktlösung und Deeskalationsstrategien.
  • Teil B: Durchführung des Projektes – Die BroSis-Schüler*innen nehmen die Rolle eines Spielleiters ein und unterbreiten ihren Mitschülern auf dem Pausenhof aktiv Spielangebote. Dazu wird die bereits vorhandene statische Spieleausleihe um mehrere mobile Standorte erweitert.
  • Teil C: Evaluation des Projekts – Die Projektbegleiter reflektieren gemeinsam mit den BroSis-Schülern die Projektqualität, den Prozessverlauf und persönliche Erfahrungen.

Was sind die Ziele?

  • Verbesserung des sozialen Miteinanders
  • Installieren eines schülereigenen Pausenangebotes
  • Entschärfung von neuralgischen Punkten auf dem Schulhof
  • Vermittlung von deeskalierenden Konfliktlösungsstrategien

Wer führt das Projekt durch?

Verantwortlich für die Umsetzung und Durchführung sind in erster Linie die BroSis-Lehrer*innen der Gesamtschule Nord. Das Handlungskonzept empfiehlt jedoch Netzwerkpartner als Unterstützung hinzuzuziehen. So hat bereits das Bürgerbegegnungszentrum Computainer im Stadtteil Vogelheim signalisiert, dass ggf. nach Absprache eine Kooperationsbereitschaft besteht.

Die Gesamtschule Nord hat somit von den Studentinnen ein fertiges Handlungskonzept mit konkreten Interventionsvorschlägen erhalten und freut sich nun darauf, die Ideen der Studentinnen im Schulalltag zu nutzen.

Insgesamt kann man sagen, dass es ein großer, glücklicher Umstand war, dass es „unsere“ Schule „getroffen“ hat und wir die Chance bekommen, etwas anders und besser zu machen als vergleichbare Schulen mit größeren Problemen.

Wir bleiben alle sehr gespannt, ob es greift!
Und wir werden an dieser Stelle immer mal wieder darüber berichten.

 

 

 

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